Erfolgsmessung mobiler Anwendungen

Auf die langfristige Nutzung kommt es an!

Der Erfolg von mobilen Anwendungen hält an. Bereits im April 2009 vermeldete Apple den 1-milliardsten Download im AppStore. Aktuell sind dort rund 35.000 sogenannte Apps für das iPhone verfügbar. Neben Apple setzen weitere Firmen auf den Trend der mobilen Anwendungen. Die neuesten Plattformen heissen Android Store und BlackBerry App World.

Die Zahl der angebotenen Applikationen steigt rasant an, da viele Firmen am Erfolg des noch jungen Marktsegments teilhaben möchten. Sie investieren in die Entwicklung eigener Applikationen ohne sich über Erfolgsszenarien und deren Messung Gedanken zu machen. Doch ohne eine genaue Analyse der Anwendung bleiben auf Dauer viele Potentiale ungenutzt und die Lernkurve für weitere Applikationen ist flacher.

Nicht alle Anwendungen eignen sich für eine Messung des Nutzerverhaltens

Plattformen wie Android oder Iphone Apps ermöglichen die Entwicklung von mobilen Anwendungen ohne die klassische Darstellungsebene des Webbrowsers. Mit dem Fehlen dieser Darstellungsebene stoßen viele Messverfahren an ihre Grenzen. Tagbasierte Verfahren, die mit Hilfe von Javascriptaufrufen clientseitig Aktionen an Webanalysesysteme senden, funktionieren in dieser Konstellation nicht mehr. Die Messung von Aktionen innerhalb solcher mobilen Applikationen ist für die Betreiber und Entwickler aber essentiell. Bis dato werden viele Applikationen am Markt vorbei entwickelt und als einzige Erfolgskennzahlen die Downloadzahlen aus den App Stores genommen. Doch der primäre Erfolg einer solchen Applikation liegt nicht im Download auf das mobile Endgerät sondern in der kontinuierlichen Nutzung. Das Erlösmodell vieler Anwendungen liegt nicht auf dem direkten Erlös durch den Verkauf der Anwendung, sondern viel mehr auf Branding-Effekten von Marken.

Inwieweit eine Applikation mit konventionellen Mitteln mess- und auswertbar ist, hängt zum aktuellen Zeitpunkt primär davon ab, ob die Anwendung online oder offline betrieben wird. Findet ein Datenaustausch mit einem Server statt, so kann zumindest dieser Datenstrom analysiert werden.

Möglichkeiten der Datenauswertung

Webserver-Logfiles

Für die Auswertung dieser Serververbindungen eignen sich die gängigen Webanalysmethoden. Mit Hilfe der Webserver-Logfiles wird die Häufigkeit von Aufrufen einzelner Dateien auf dem Webserver protokolliert. Aus diesen Daten kann die Nutzungsfrequenz einzelner Funktionalitäten der Applikation ermittelt werden.

Pixelaufrufen

Neben den Serverlogfiles können auch klassische tagbasierte Verfahren über einen Umweg mit Daten versorgt werden. Alternativ zur klassischen Datensammlung über Javascript Tags bieten viele Analyseinstrumente als Fallbacklösung auch die Datensammlung über Pixelaufrufe an. Dieses Verhalten kann dazu genutzt werden, um via Serverrequests diese Elemente aufzurufen und somit einen Zählimpuls auszulösen. Serverseitig können diese Aufrufe parametrisiert werden, so dass im Analysesystem die gewünschten Zahlen aggregiert werden können.

Remote Proxy Methode

Komfortabler und genauer kann die Extraktion von Daten aus einem Datenstrom mit der Remote Proxy Methode erfolgen. Bei dieser Methode werden die Datenaufrufe über einen Proxyserver geleitet, dessen Aufgabe die Extraktion von relevanten Informationen aus dem Datenstrom ist.

Erzeugung eines nicht elementaren Serveraufrufs

Komplexer ist die Messung von Aktivitäten die ohne Datenaustausch mit einem Server erfolgen. Hier besteht prinzipiell die Möglichkeit pro Funktionsaufruf einen Request an einen Server zu senden der somit diese Aktion protokollieren kann (Erzeugung eines nicht elementaren Serveraufrufs). Der Nachteil dieser Methodik ist, dass ein relativ komplexer Eingriff in die Anwendung notwendig ist, um die Messung zu ermöglichen. Sollen Aktionen im Rahmen einer Applikation messbar sein, so sollten diese schon vor dem Start der Programmierung definiert werden, so dass diese kontinuierliche in das Programm integriert werden können.

Intelligente Bufferingverfahren

Bei der Implementierung sollte des Weiteren darauf geachtet werden, intelligente Bufferingverfahren zu verwenden die es ermöglichen Daten auf Deviceseite zu sammeln und en Bloc an Analysesysteme zu senden. Ziel sollte es sein, die Datenmenge und die Anzahl von Verbindungen, die für die Analyse der Anwendung notwendig sind, minimal zu halten, so dass keine zusätzlichen Wartezeiten und Kosten für den Anwender entstehen.

Fazit

Die ersten Webanalysesystemanbieter reagieren bereits auf die neuen Anforderungen des Marktes und bieten für verschiedene Plattformen ein Entwicklungssystem („SDK“) an.

Zwar erreichen die Reports die mit dem genannten Verfahren entwickelt werden können noch nicht die Granularität von gängigen Webanalyseberichten, dennoch kann man durch den Einsatz von Analyseinstrumenten den Erfolg und die vorhandenen Potentiale von mobilen Anwendungen durchaus nachvollziehbar machen.

opus 5 berät Sie gerne bei der Entwicklung und Analyse von mobilen Anwendungen. Wir verfügen sowohl bei der Programmierung von mobilen Anwendungen (iPhone, Android) als auch bei der Webanalyse über Expertenwissen und bieten Ihnen eine ganzheitliche Betreuung an. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!